Abhängig / Rückfällig

Regie
Eduard Schreiber
Laufzeit
55 min.

In der Rostocker Neptun-Werft wird Mitarbeitern geholfen, deren Alkoholkonsum betriebsschädigende Ausmaße annimmt. 1982 wurde dazu eine spezielle Betreuungsstelle unter Mitwirkung der Betriebspoliklinik, dem psychiatrischen Zentrum der Stadt und den Brigaden ins Leben gerufen, die „Abhängig“ porträtiert. Der Film wurde 1984 auf den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen innerhalb des Länderprogramms ausgezeichnet.
In „Rückfällig“ treten Aussagen von Alkoholkranken mit Bildern von Schnapsproduktion und -vertrieb in einen bissigen Dialog. Ob Abwäscherin oder Diplom-Ingenieur, ob jung oder alt, Alkoholismus zeigt sich als weit verbreitetes Problem in der DDR. Der Anstieg der Pro-Kopf-Konsummengen an Alkohol korrelierte Studien zufolge mit der Dauer des Bestehens des politischen Systems, was zu Arbeitsausfällen, ökonomischen Einbußen und Systemüberlastungen führte.

Die Jahre 1985–95 in Deutschland waren von dem Zerfall des kommunistischen Systems und der DDR bestimmt sowie von der Wiedervereinigung nach der friedlichen Revolution. Wie spiegelt sich dies in dem psychiatrischen System wider, das sich im Osten auf die Arbeitswelt ausgeweitet hat? Eduard Schreiber, der einzige Essayfilmer der DEFA, untersucht in seinen Filmen die weniger bekannten Facetten des Alltagslebens in der DDR und lässt dabei so manche Widersprüche im System, das auf Abhängigkeitsverhältnissen basiert, ans Licht treten. (City 46)

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