KFF26: Mal runterkommen. Gesellschaft im Rausch (Post Lampenlager)

»Fürsorge oder Ausgrenzung?« ist eine Kernfrage sozialer Debatten. Häufig werden dabei Zuspitzungen genutzt, um politische Ziele zu verfolgen und Kulturkämpfe auszutragen. Auch eine repressive Drogenpolitik will oft mehr als nur den Schutz des Individuums vor möglichen Folgen des Konsums. Warnungen vor gesundheitlichen Konsequenzen und dem sozialen Abstieg durch Abhängigkeit verbinden sich mit moralischer Dominanz und dem Wunsch nach staatlicher Kontrolle. In den 1960er- und 70er-Jahren erreichte dies einen Höhepunkt. Hippies und Beatniks prägten das Bild von Drogenkonsument:innen. Ihr Lebensstil galt als Angriff auf die kirchliche Moral, den Patriotismus und die kapitalistische Ordnung.
Wir sehen drei dokumentarische Perspektiven aus dieser Zeit. LSD ist ein »Drug Scare«-Film, der mit Abschreckung arbeitet und Konsument:innen diffamiert. Asynchron zeigt in experimenteller Form einen monotonen Drogenalltag und erzeugt dabei fast schon eine ambivalente Faszination. Beyond Kicks dokumentiert dagegen sehr unaufgeregt, wie sich um Personen gekümmert wird, die einen schlechten LSD-Trip erleben.
Vielleicht dient dieses pragmatische und einfühlsame Hilfsangebot, samt der respektvollen filmischen Umsetzung, als Vorbild, um auch gesamtgesellschaftlich mal wieder runterzukommen. Während der Rausch abklingt und die aufwühlenden Stimmen leiser werden, erfahren wir etwas über die tatsächliche Situation des Gegenübers. Danach können wir immer noch entscheiden, ob wir füreinander da sein, oder uns bekämpfen wollen.
Kurator: Thorsten Wagner
Hinweis: Die Filme LSD und Asynchron werden auf Deutsch ohne englische Untertitel gezeigt.
Programmdetails

Cineville-Abonnent*innen können alle Vorstellungen des Kurzfilm Festivals mit ihrer Cineville-Karte besuchen. Die Kurzfilmprogramme finden im 3001 Kino, B-Movie, filmRaum, Lichtmeß, Metropolis im Planet Harburg, in den Zeise Kinos und im Festivalzentrum POST in den Kinos Lampenlager und Saal am Kaltenkircher Platz in Altona statt.

Die Tickets erhaltet ihr gegen Vorlage der persönlichen Cineville-Karte direkt an den Kinofestivalkassen ab 1,5 h vor Vorstellungsbeginn. Ein Kontingent für Cineville-Mitglieder ist vorhanden.

Weitere Informationen zum Programm des Kurzfilmfestivals

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