Rote Liebe – Wassilissa

Regie
Rosa von Praunheim
Cast
Eddie Constantine, Rolf Eden, Olga Demetriescu
Laufzeit
92 min.
Jahr
1981

Ende der siebziger Jahre wollte Rosa von Praunheim einen Film nach einer Novelle der russischen Revolutionärin, Diplomatin und Schriftstellerin Alexandra Kollontai drehen, mit dem für seine Verhältnisse ungewöhnlich hohen Budget von rund einer Million Mark. Das Ergebnis war jedoch auch in den Augen des Filmemachers völlig verunglückt. Schließlich kürzte er die melodramatische Liebesgeschichte unter Revolutionären in der frühen Sowjetzeit von 92 auf 35 Minuten und ergänzte sie um Ausschnitte aus einem dreistündigen Videointerview, das er mit der eigenwilligen Sexaktivistin und Künstlerin Helga Goetze geführt hatte: Goetze, Frau eines Prokuristen der Deutschen Bank und Mutter von sieben Kindern, hatte ihre Familie verlassen und lebte nun in Kreuzberg, produzierte Gedichte und Bilder und war durch Stör- und andere Aktionen in der Öffentlichkeit zu einer Art Original geworden. Wie sie fröhlich, sehr lebendig und unterhaltsam von den sexuellen Erlebnissen erzählte, die sie – in Verbindung mit gewagten Thesen und Theorien – für sich und andere einforderte (ihr vielleicht bekanntester Slogan war „Ficken für den Frieden“), wirkte umso provokanter, als sie keineswegs dem gängigen Schönheitsideal entsprach.

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