Nininbaori, High Art - Alexander Huber makes Music, A Thousand Woods

Nininbaori (19')
(Sprache: Niederländisch, Französisch, Japanisch; Untertitel: Englisch; 2026; Regie: Mathieu Achermann)

Ein bewegender Einblick in das Para-Klettern und die vielfältigen Möglichkeiten, Grenzen neu zu definieren.
Was bedeutet Klettern, wenn der eigene Körper andere Herausforderungen mit sich bringt als der der meisten Menschen? Nininbaori begleitet drei Para-Kletternde aus verschiedenen Teilen der Welt und gewährt einen Einblick in ihren Alltag, ihr Training und ihre ganz persönliche Verbindung zum Fels. So entsteht ein Film, in dem es weniger um Einschränkungen als vielmehr um Möglichkeiten geht.
Regisseur Mathieu Achermann verzichtet bewusst auf große Erklärungen oder dramatische Inszenierungen. Stattdessen beobachtet er seine Hauptfiguren in ruhigen, präzisen Bildern, in denen alltägliche Momente mit sportlichen Höchstleistungen verwoben werden. Die Geschichten einer französischen Kletterin, eines blinden japanischen Athleten und einer belgischen Sportlerin verschmelzen zu einem gemeinsamen Porträt über Leidenschaft, Selbstvertrauen und die Freude an der Bewegung.
Der Titel Nininbaori bezieht sich auf ein japanisches Kleidungsstück, das traditionell von zwei Menschen gemeinsam getragen wird. Dieses Bild zieht sich wie ein subtiler roter Faden durch den gesamten Film. Klettern wird hier nicht als individuelle Heldengeschichte dargestellt, sondern als Zusammenspiel von Vertrauen, Unterstützung und Zusammengehörigkeit. Partner, Freunde und Familienangehörige werden zu wichtigen Begleitern auf dem Weg nach oben.
Dem Film gelingt es, einen beeindruckenden Einblick in die Welt des Parakletterns zu geben. Die Aufnahmen an den Felsen und an der Kletterwand zeigen überzeugend, wie unterschiedlich Menschen mit Herausforderungen umgehen und wie kreativ die Wege zu einem Ziel sein können. Nininbaori ist ein einfühlsamer und inspirierender Film über Inklusion, Verbundenheit und die universelle Faszination für das Klettern.
Filmkritik von Hannah Kuhn

High Art - Alexander Huber makes Music (27')
(Sprache: Deutsch; Untertitel: Englisch; 2025; Regie: Michael Düchs)
Wenn ein Weltklasse-Kletterer auch am Klavier nach Perfektion strebt.
Alexander Huber ist einer der bekanntesten Bergsteiger Deutschlands. Doch fernab von steilen Felswänden geht er einer zweiten großen Leidenschaft nach: der Musik. Sein Traum ist es, das anspruchsvolle Tirol Concerto von Philip Glass gemeinsam mit einem Streichensemble aufzuführen. Dabei wird er vom Cellisten und Bergsteiger Burkard Maria Weber unterstützt.
Regisseur Michael Düchs begleitet Huber auf dieser überraschenden Reise und zeigt die Gemeinsamkeiten zwischen Klettern und Musizieren auf. Beides erfordert Konzentration, Präzision und die Bereitschaft, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen.
High Art ist ein sympathisches und inspirierendes Porträt, das Alexander Huber von einer ungewöhnlichen Seite zeigt und überzeugend verdeutlicht, dass Leidenschaft viele Ausdrucksformen haben kann.
Filmkritik von Hannah Kuhn

A Thousand Words (57')
(Sprache: Englisch; Untertitel: keine; 2025; Regie: Dom Busch, Matt Sharman)

Mitreißende Hommage an den berühmten Fotografen Vittorio Sella und das erste Foto des Mount Everest.
Im Jahr 1899 nahm der italienische Fotograf und Bergsteiger Vittorio Sella an der Expedition des Briten Douglas Freshfield in den Himalaya teil. Irgendwo in der Nähe des Kangchenjunga hielt er das Panorama fest. Damit schoss er das allererste Foto des Mount Everest. 125 Jahre später machen sich zwei britische Kletter- und Filmfreunde auf die Suche nach dem Ort, an dem Sella diese Fotos aufgenommen hat.
Ihre Suche beginnt im Archiv des Alpine Club in London, wo die Originalabzüge aufbewahrt werden. Sie lernen, mit einer Großformatkamera zu fotografieren, wie Sella sie hatte, und beschäftigen sich intensiv mit dem Mann hinter den beeindruckenden Fotos. Mit einer groben Vorstellung davon, in welchem Gebiet das Foto aufgenommen worden sein könnte, reisen sie nach Nepal. Natürlich läuft nicht alles wie geplant.
Die spannende Suche ist zugleich eine Reflexion über Abenteuer, Fotografie und die Art und Weise, wie man die Berge betrachten kann. Sehr empfehlenswert!
Filmkritik vom DMFF (Dutch Mountain Film Festival)

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