Narciso

Regie
Marcelo Martinessi
Cast
Diro Romero, Manuel Cuenca, Nahuel Perez Biscayart
Laufzeit
101 min.
Jahr
2026

Paraguay, 1959: Zum ersten Mal bebt ein ausländischer Rhythmus durch Asunción. Rock ’n’ Roll hat den Weg ins Radio gefunden und bringt Hitze, Tempo und die vage Illusion mit sich, dass sich die Zeiten ändern könnten. Gleichzeitig hält ein zweiter Rhythmus Einzug. Langsamer. Schwerer. Ein disziplinierter Puls, der Gesten anordnet, Stimmen zum Schweigen bringt und die Grenzen dessen, was gesehen und begehrt werden darf, neu zieht. In dieser aufgeladenen Stimmung wird der charismatische Musiker Narciso zum Symbol der Freiheit. Seine Jugend, sein Körper und seine Art, sich in der Nacht zu Hause zu fühlen, schwingen in seiner Musik mit, weshalb sie als Bedrohung empfunden wird.

Begehren wird sichtbar. Und Sichtbarkeit wird gefährlich. Was zuvor niemandem aufgefallen ist, zieht jetzt Aufmerksamkeit auf sich; es kommen Verdächtigungen und Vorurteile auf. Während das Regime seine Macht zementiert, bestimmen Moralvorstellungen die Atmosphäre. Die Zukunft verschwindet nicht sofort, sondern verengt sich, und man lernt, aufzupassen. Zwischen Tanz und Disziplin nimmt eine neue Ordnung Gestalt an – und eine ganze Generation spürt, wie sie näher rückt. (Berlinale 2026)

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