Werkschau Park Chan-Wook

Date
15 February to 14 April 2026
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Zum deutschen Kinostart von NO OTHER CHOICE zeigen das Bambi Düsseldorf und das 3001 Kino Hamburg Kinofilme von Park Chan-wook.

Park Chan-wook (*1963) zählt zu den international bedeutendsten Vertretern des südkoreanischen Kinos und ist eine Schlüsselfigur der sogenannten „Korean New Wave“, die seit den späten 1990er Jahren das nationale Filmschaffen nachhaltig verändert hat. Aufgewachsen in Seoul, studierte er Philosophie an der Sogang University, wo er früh eine theoretische Auseinandersetzung mit Film entwickelte und die „Sogang Film Community“ gründete. Die Begegnung mit Alfred Hitchcocks VERTIGO markierte den entscheidenden Impuls, sich vom Filmtheoretiker zum Filmemacher zu entwickeln.
Mit JOINT SECURITY AREA (2000) gelang Park der Durchbruch innerhalb Südkoreas. Der Film thematisiert die bis heute politisch brisante Teilung der koreanischen Halbinsel und steht exemplarisch für ein Kino, das nationale Traumata in populäre Genreformen integriert. International bekannt wurde Park mit OLDBOY (2003), einem Schlüsselwerk des südkoreanischen Genrekinos der 2000er Jahre, das in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde und maßgeblich zur globalen Sichtbarkeit des koreanischen Films beitrug.
Park Chan-wooks Werk ist charakterisiert durch eine hochgradig stilisierte Bildsprache, narrative Verschachtelung und die systematische Überschreitung von Genregrenzen. Seine Filme verbinden Motive des Thrillers, des Melodrams und des Horrorfilms mit philosophischen Fragestellungen zu Schuld, Begehren, Identität und Gewalt. Werke wie DURST (2009), DIE TASCHENDIEBIN (2016) oder DIE FRAU IM NEBEL (2022) stehen exemplarisch für eine Ästhetik, die das südkoreanische Kino sowohl in seiner lokalen Verankerung als auch in seiner transnationalen Ausrichtung sichtbar macht.
Neben seiner Arbeit im Kino erweiterte Park Chan-wook sein Schaffen mit der Miniserie DIE LIBELLE (2018) nach John le Carré auch auf das Fernsehen. Seine kontinuierliche Präsenz auf internationalen A-Festivals – darunter Cannes und Venedig – sowie seine Tätigkeit als Jurymitglied unterstreichen seine Bedeutung als Vermittler zwischen nationalem Kino und globalem Autorenfilm.
Die Filmreihe im Bambi lädt dazu ein, Park Chan-wooks Werk im Kontext des modernen südkoreanischen Kinos zu betrachten und seine zentrale Rolle innerhalb eines Kinos zu reflektieren, das politische Geschichte, Genreinnovation und ästhetische Radikalität auf einzigartige Weise verbindet. //Eric Horst

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