Conscience of Georgian Cinema

Date
14 to 15 February 2026
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Website
wolfberlin.org

In Kooperation mit dem Georgischen Filminstitut – einer nichtstaatlichen Initiative zur Unterstützung unabhängiger georgischer Filmschaffender – zeigen wir am kommenden Wochenende zum zweiten Mal ein gemeinsames Programm. Die Reihe 'Conscience of Georgian Cinema' versammelt aktuelle Filme, die die politischen und sozialen Verhältnisse im Land reflektieren. Was geschieht filmisch in einem Land, das innerhalb weniger Jahre einen radikalen Rückschritt in Richtung Autoritarismus erlebt hat? Georgien – ein Land mit einer tief verwurzelten Kinotradition, das selbst unter Zensur poetische und widerständige Bilder hervorgebracht hat – befindet sich heute inmitten einer politischen und kulturellen Zäsur. Nach Jahren demokratischer Entwicklung und europäischer Orientierung wird das Land gegen den Willen seiner Bevölkerung erneut Russland untergeordnet: regiert und vereinnahmt durch einen Oligarchen nach putinistischem Vorbild. Als Reaktion auf zunehmende Zensur haben sich georgische Filmschaffende geschlossen gegen den Staat positioniert. Sie boykottieren staatliche Förderstrukturen, um nicht Teil propagandistischer Instrumentalisierung zu werden, und verweigern einem Kino die Anerkennung, das mit Kompromissen und Unterdrückung einhergeht. Bereits 2023 haben über 450 Filmemacher*innen diesen Boykott unterzeichnet. Und dennoch: Das georgische Kino lebt. Trotz fehlender finanzieller Strukturen entstehen weiterhin Filme – getragen von Unabhängigkeit, Solidarität und Widerstand.

Das Kurzfilmprogramm Prisoners of Conscience vereint Arbeiten von u. a. Salomé Jashi, Nutsa Salomé Alexi, Keti Machavariani und Elene Naveriani über politisch inhaftierte Menschen in Georgien. Die Filme setzen der staatlichen Kriminalisierung proeuropäischer Proteste eine filmische Gegenöffentlichkeit entgegen – als Akt der Zeugenschaft und der Wahrheit. On Another Stage von Teo Jorbenadze porträtiert den georgischen Opernsänger und Weltstars Paata Burchuladze und seines Weges von den großen Bühnen hin zum Protest. Gedreht wurde der Film vor seiner Verhaftung im Oktober 2025. Inzischen drohen ihm bis zu 9 Jahre Freiheitsstrafe.

Alexandre Koberidzes episch-experimenteller Roadmovie Dry Leaf, handelt von der Suche eines Vaters nach seiner verschwundenen Tochter. In der Hauptrolle ist der Vater des Regisseurs zu sehen, der Score stammt von dessen Bruder. Der Film feierte seine Premiere im Hauptwettbewerb des Locarno Film Festivals 2025 und wurde mit einer Special Mention ausgezeichnet.

Die Reihe wird ergänzt durch zwei neue Dokumentarfilme: Ketevan Vashagishvilis 9-Month Contract, eine eindringliche Auseinandersetzung mit Mutterschaft und Surrogation unter prekären sozialen Bedingungen, sowie Kote Kaladzes Nobody in Sight, ein sensibles Porträt eines jungen Mannes, der im Rahmen einer Suchttherapie auf ein anderes Leben hofft.

Auch aktuelle Spielfilme sind vertreten, darunter Luka Beradzes Gesellschaftssatire Congratulations Once Again, ein märchenhafter Kurzfilm über eine aus dem Ruder gelaufene Neujahrsfeier. Ergänzt wird das Programm durch weitere Arbeiten mit einer originellen, persönlichen Filmsprache, darunter Anka Gujabidzes TemoRe, ein humorvolles schwarz-weißes Fotoabenteuer, sowie Dea Cholokavas What Does the Mud Whisper, ein sensibles filmisches Porträt der Wahrnehmungswelt eines sechsjährigen Mädchens. Die Reihe schließt mit Tato Kotetishvilis dokufiktionalem und in Locarno mit einem Goldenen Leoparden ausgezeichneten Film Holy Electricity, der einen Teenager und seinen Onkel auf einer Odysee durch Tiflis begleitet und Themen wie Trauer und Männlickeit mit Witz und Tiefgründigkeit behandelt.

Alle Vorführungen werden mit dem kurzen Animationsfilm Saturday Cleaning von Mukhran Makharadze eingeleitet und im Anschluss and die Screenings stellen anwesende Filmemacher*innen ihre Filme vor und kommen mit dem Publikum ins Gespräch.

Begleitend zur Filmreihe präsentiert 8000 Vintages georgische Weine in unserer Bar!

Die Filmreihe wurde kokuratiert von Nana Ekvtimishvili (Georgian Film Institute) und Eva Buchmann (Wolf Kino). // Wolf Kino

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